München mal anders

Über 200 Jahre Geschichte stecken hinter dem Münchner Oktoberfest

Am 17. Oktober 1810 wurde die erste Wiesn in München veranstaltet, wobei den Anfang für eines der bekanntesten Volksfeste der Welt ein Pferderennen machte. Dieses sollte zu Ehren der Hochzeit Ludwigs von Bayern stattfinden, auf Anregung eines Unteroffiziers aus der bayerischen Nationalgarde. Als Austragungsort wurde damals schon die Theresienwiese gewählt, wobei der Name als Hommage an die Braut gedacht war. Bis heute hat sich das nicht geändert, nur die Wiese ist im Laufe der Zeit in das Zentrum Münchens gerückt. Wer hätte damals gedacht, dass ein kleines Pferderennen der Beginn zu einer großen Erfolgsgeschichte werden sollte? Man war sich lediglich sicher, dass dieses Fest auch im nächsten Jahr wiederholt werden sollte.

Bis zum Jahre 1819 wurde das Fest aus privater Tasche bezahlt

Im Jahre 1819 übernahm die Stadt München die Regie des Oktoberfestes und auch die Finanzierung. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Wiesn auch immer mehr zu einem Volksfest für Jung und Alt. Es kamen immer mehr Attraktionen dazu, wie Stände, Karussells und andere Arten von Fahrgeschäften. Im Jahre 1881 kam dann schließlich eine weitere Attraktion auf die Wiesn, denn genau in diesem Jahr öffnete die erste Hendlbraterei ihre Pforten. Die Hendlbratereien sind bis heute eine bekannte, und vor allen Dingen beliebte Attraktion. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin hatte sich das Oktoberfest schon stark vergrößert und nun gab es auch endlich elektrisches Licht, das für Beleuchtung, aber auch Dekoration eingesetzt werden konnte.

Zwischendurch legte die Wiesn immer wieder kurze Pausen ein

Gerade in Kriegszeiten oder während politischen Krisen kam es immer wieder vor, dass die Wiesn nicht stattfand. Dies betraf beispielsweise die Krisenzeiten während des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Danach zeigte sich vermehrt der Volksfestcharakter und es entstanden immer größere Festzelte. Einzig das Pferderennen fiel nach dem Zweiten Weltkrieg weg und es wurde nur noch gefeiert. Im Jahre 1950 kam eine weitere Tradition der heutigen Zeit dazu: Der Fassanstich im Schottenhamel, welcher durch den amtierenden Münchner Oberbürgermeister durchgeführt wird. Der traditionelle Ausspruch „O’zapft is“ gibt seitdem jedes Jahr den Startschuss für das Münchner Oktoberfest, zusammen mit den Böllerschüssen.