Masuren - Land der 1.000 Seen

Eine Reise in die deutsche und polnische Vergangenheit – die polnische Region Masuren

Die Masuren im Norden Polens im früheren Ostpreußen gelegen, werden auch gerne als Land der 1.000 Seen bezeichnet. Da die Masuren sich geografisch gesehen nicht genau abgrenzen lassen, wird die Gesamtzahl der Seen zwischen 2.700 bis 4.000 angegeben. Fakt ist, dass die masurische Seenlandschaft zu den landschaftlich schönsten Gegenden in Polen gehört. Diese Landschaft ist schon vor mehr als 10.000 Jahren entstanden und zwar am Schluss der letzten Eiszeit. Die schmelzenden Eisfelder sorgten für die Entstehung der verschiedenen Seen und über die Jahre hinweg entstanden sogar Verbindungen zwischen einzelnen Seenlandschaften. Die Besiedlung des Gebietes erfolgte wahrscheinlich vor etwa 4.000 Jahren, wobei zuerst finnische und baltische Siedler sich in den Masuren niederließen. Erste Erwähnung in Schriften lassen sich bis ins  2. Jahrhundert zurückverfolgen. Ungefähr zu dieser Zeit wurden die verschiedenen Städte in den Masuren auch zu wichtigen Handelspunkten, wie etwa das damalige Borussia.

Die Geschichte der Masuren ist von vielen Einflüssen und Völkergruppen geprägt worden

Bis heute zeigen sich die verschiedenen Einflüsse in der Kulturlandschaft und teilweise auch dem Erscheinungsbild der Masuren. Über die Jahre hinweg ließen sich viele Völker in der Gegend nieder, die bis heute einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Wichtige Stationen in der masurischen Geschichte sind:

  • 1230: Der Deutsche Orden wird als Partner im Kampf gegen den Volksstamm der Pruzzen hinzugezogen. Die Bitte um Hilfe kam vom polnischen Herzog Konrad von Masowien persönlich und markierte den Beginn der Epoche des Deutschen Ordens in Polen.
  • 1309: Das Städtchen Marienburg wird zur Ordenshauptstadt ernannt. Die Stadt besaß zum damaligen Zeitpunkt eine der größten und sichersten Festungsanlagen in ganz Europa. Der Volksstamm der Masuren gründet sich, bestehend aus slawischen Immigranten.

In der Reformationszeit wird auch die Region der Masuren miteinbezogen und es folgt die Konvertierung zum protestantischen Glauben. In der Stadt Lyck, die auch heute noch zum Gebiet der Masuren zählt, entstanden Druckereien, in denen auch die Glaubenslehre von Luther vervielfältigt wurde. Im 18. Jahrhundert wohnten dann nur noch wenige Menschen in den Masuren, bedingt durch den Krieg und die Pest, welche für viele Todesfälle gesorgt haben.

Im Ersten Weltkrieg trafen Russen und Preußen in den Masuren aufeinander

Nicht nur die nordischen Kriege hinterließen tiefe Spuren in der Region. Gleiches gilt auch für die Auseinandersetzungen zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Die Masuren wurden Schauplatz von erbitterten Kämpfen zwischen Preußen und Russen, was auch zu Lasten der Bevölkerung und des Landes ging. Und auch im Zweiten Weltkrieg wurde die Region schwer in Mitleidenschaft gezogen. Viele Bewohner mussten in der Wehrmacht dienen und schon bald zeigte sich, dass die Masuren weder zu Deutschland noch zu Polen zählten. Dies verstärkte sich noch einmal während der kommunistischen Zeit und viele Bewohner wurden vertrieben, um Platz für Sommerhäuser reicher Kommunisten zu schaffen. Heutzutage ist Ruhe eingekehrt in der malerischen Seenlandschaft, die ein wahres Mekka für Künstler und Musiker geworden ist. Die teils idyllisch gelegenen Seen scheinen inspirierend zu wirken, allerdings scheint auch in den Masuren der Fortschritt Einzug zu halten. Es gibt Pläne für eine Hauptverkehrsader durch das Gebiet, was allerdings auch für viele Gegenstimmen sorgt. Die Zukunft der Masuren als wunderschönes Naturgebiet ist also noch nicht ganz gesichert, aber definitiv auf einem guten Weg.

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