Die Chinesische Mauer

Eine clevere Idee gegen beginnenden Vandalismus

Seit Jahren gehört die Chinesische Mauer zum UNESCO Weltkulturerbe und ist ein Stück lebendige Geschichte mitten in China. Doch auch dieses Bauwerk drohte zunehmend in Müll, Schmutz und Kritzeleien zu versinken. Und genau dagegen ist jetzt ein neues Projekt ins Leben gerufen worden. Seit ein paar Wochen gibt es die erste offizielle Graffiti-Zone, in der es Touristen erlaubt ist, sich an der Mauer zu verewigen. Bislang gibt es nur einen Bereich am Wachturm 14. Es sollen aber noch weitere folgen, geplant sind Zonen an den Türmen 5 und 10. Die Graffiti-Zone liegt rund 70 Kilometer von Peking entfernt und bereits kurz nach der Einführung nutzten die ersten Besucher, um sich für die Nachwelt in dem Stein zu verewigen.

In der Vergangenheit waren die Zerstörungen ein großes Problem

Im Prinzip ist die Graffiti-Zone aus der Not der Tugend heraus geboren und soll in erster Linie verhindern, dass die Chinesische Mauer noch mehr Schaden nimmt. Jahrelang kam es zu großflächigen Zerstörungen an vielen Teilen des langen Bauwerks und selbst Patrouillen oder hohe Strafen konnten nichts an dieser Tatsache ändern. Dann kam die Idee der neuen Zone auf und seitdem haben sich auch die Beschädigungen an der Mauer deutlich verringert. Und die Stellen, die von den Schmierereien am schlimmsten betroffen waren, haben heute ein Hinweisschild, auf dem die neue Graffiti-Zone beworben wird. Eine Werbung in eigener Sache, die schon erste Früchte trägt.

Die Zone stellt eine kleine Attraktion dar

In den kommenden Jahren sind noch mehr Zonen dieser Art geplant und die Verantwortlichen erwägen sogar die Installation einer elektronischen Leinwand. Auf dieser hätten dann Besucher der Mauer die Gelegenheit, sich in aller Ruhe zu verewigen, ohne das Bauwerk an sich beschädigen zu müssen. Sinn dahinter ist, dass nicht nur die Chinesische Mauer, sondern auch die Graffiti-Zone an sich zu einer echten Attraktion wird. Es ist geplant, die Graffiti-Zone als so genannter Aussichtspunkt anzupreisen, um das Jahrtausende alte Bauwerk noch besser vor Vandalismus schützen zu können. Ein erster Rückgang der Kritzeleien ist bereits zu spüren und das Projekt wird wahrscheinlich bald in anderen Teilen der Welt Schule machen.