Puijo-Schanze in Kuopio – Eine der ältesten Anlagen der Welt

Im Osten Finnlands, am wunderschönen Kallavesi-See, liegt die Stadt Kuopio. Genau hier befindet sich eine der ältesten Skisprunganlagen der Welt, die bereits im Jahre 1886 eröffnet worden ist. Die heutige Schanze K120 wurde in Kuopio 1998 errichtet und ist zu einer der Stationen des Nordic Tournament geworden. Die Schanze verfügt über eine Anlauflänge von 94 Metern, auf der Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 95 km/h erreicht werden können. Der Schanzenrekord liegt bei 135,5 Metern. Neben der großen Puijo-Schanze gibt es in Kuopio noch andere Schanzentische, wie etwa die Normalschanze. Diese ist alljährlich Austragungsort für das FIS-Cup-Springen und der Schanzenrekord beträgt 104,5 Meter. Weitere wichtige Wettbewerbe in Kuopio sind Continentalcup, Junioren-Weltmeisterschaft oder Grand-Prix.

Skispringen am Fuße des Fernsehturms

Die Schanzenanlage von Kuopio schließt unmittelbar an den modernen Fernsehturm an, welcher das Gelände in weiten Teilen überragt. Der 75 Meter hohe Turm wurde im Jahre 1963 erbaut und ist einer der Hauptattraktionen der Stadt Kuopio. Es gibt eine große Aussichtsplattform, von der aus die Besucher einen wunderschönen Blick auf die Gegend genießen können. Außerdem gibt es ein Drehrestaurant, in dem, neben der spektakulären Aussicht, finnische und internationale Spezialitäten angeboten werden. Von dort aus kann man auch einen Blick auf den Kallavesi-See werfen. Er ist einer der größten Seen Finnlands und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von mehr als 478 km². Das Zentrum von Kuopio liegt im See, auf einer kleinen Halbinsel. Sehenswert ist in jedem Fall der Marktplatz, der, dank seines bunten Markttreibens, von vielen Finnen als der schönste des Landes bezeichnet wird.

Die Puijo-Schanze und die ganze Sprunganlage können das ganze Jahr über genutzt werden

Die vier Schanzen sind das ganze Jahr über geöffnet und in den Wintermonaten erwartet die Besucher rund um den Hügel Puijo ein ausgedehntes Netz an Langlaufloipen und diversen Abfahrten. Eine der bekanntesten Abfahrten ist beispielsweise die Antikkala-Abfahrt, die sich über eine Länge von 800 Metern erstreckt. Im Sommer hat man Gelegenheit dazu, die verschiedenen Wanderrouten zu erkunden und mehr von der finnischen Landschaft zu sehen. Auch zahlreiche Golfplätze befinden sich in der Umgebung von Kuopio, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen.

 

Groß-Titlis-Schanze – die bekannte Skisprungschanze im schweizerischen Engelberg

Der Ort Engelberg, im schweizerischen Kanton Obwalden gelegen, ist eine Besonderheit für sich. Hier stand jahrelang die erste und einzige Skisprungschanze des ganzen Landes. Im Jahre 1907 wurde die Skisprunganlage in Engelberg erbaut, die allerdings mehrfach umgebaut und saniert werden musste. Schließlich wurde im Jahre 1964 die Klein-Titlis-Schanze erbaut und rund 20 Jahre später folgte die Groß-Titlis-Schanze. Die Anlauflänge der Groß-Titlis-Schanze beträgt 123 Meter, wobei Absprunggeschwindigkeiten bis zu 92 km/h erreicht werden können. Der Schanzenrekord wird vom norwegischen Skispringer Sigurd Pettersen gehalten und liegt bei 142 Metern. Zu den wichtigsten Veranstaltungen, die auf der Sprunganlage bislang stattfanden, gehören Continentalcup, Skisprung-Weltcup und Weltcup. In Engelberg trifft sich die Skisprung-Elite der Welt auf einer modernen Anlage, die auf dem neuesten Stand gehalten wird.

Bis zu 20.000 Menschen finden in der Anlage Platz

Die Skisprunganlage ist nicht die einzige Attraktion, die der Ort Engelberg zu bieten hat. Nur 25 Kilometer Entfernung trennen Engelberg vom wunderschön gelegenen Vierwaldstättersee, der zu den beliebtesten Ausflugszielen der Schweiz zählt. Umrahmt wird der Ort von einer imposanten Bergkulisse, allen voran der große Titlis, welcher über 3.200 Meter hoch ist. Im Tal von Engelberg liegt auch das End der Welt, eine besonders steile Felswand, die eine Attraktion für sich darstellt. In den Wintermonaten, also auch zu Zeiten der Skisprung-Saison, sind die Berghänge mit einer dichten Schneedecke überzogen. Im Sommer dominieren dagegen grüne Bergwiesen und es gibt eine Reihe an Käsereien, die ihre Spezialitäten anbieten.

Das Sportangebot rund um die Groß-Titlis-Schanze ist sehr vielseitig

Lust auf Bungee Jumping? In Engelberg ist das aus einer Gondel heraus möglich und zwar in einer Höhe von 140 Metern. Der Ort gilt als eines der wichtigsten Wintersportzentren in der ganzen Schweiz und Skifahrer wissen besonders den Tiefschnee zu schätzen. Zudem ist Engelberg auch ein El Dorado für Gleitschirmflieger. Zu den beliebtesten Startpunkten für Flüge durch das Tal zählen die Fürenalp und die Brunniseite. Wer den Gleitschirmflug erst einmal ausprobieren möchte, kann dies in einer der vielen Schulen machen. Ein Ausflug nach Engelberg bietet Gelegenheit für viele Unternehmungen und kann nicht nur einen Besuch der Schanzenanlage beinhalten.

Tal der Schanzen – Planica im nordwestlichen Slowenien

Bereits im Jahre 1930 existierte die erste Schanze im slowenischen Planica, ein Tal im Nordwesten des Landes. Im Tal der Schanzen, wie Planica auch gerne genannt wird, beherbergt bis heute die zweitgrößte Skisprungschanze auf der ganzen Welt. Die Schanze Letalnica bratov Gorisek wurde im 1969 gebaut und wahr über Jahrzehnte die größte ihrer Art weltweit. Die Schanze verfügt über eine Anlauflänge von 116,5 Meter und es können Spitzengeschwindigkeiten bis zu 102 km/h erreicht werden. Bis zum Jahre 2004 trug die Schanze noch den Namen Velikanka, was übersetzte so viel bedeutet wie Großschanze. Anlässlich der Skiflug-WM erhielt die Schanze dann ihren heutigen Namen. Im Tal der Schanzen sollen aber noch weitere Schanzen entstehen, um bessere Trainings- und Wettkampfbedingungen gewährleisten zu können.

Musikalische Begleitung bei Sprüngen über 215 Metern

Es gibt einige Traditionen, die rund um die Letalnica bratov Gorisek existieren. Dazu gehört beispielsweise das Lied, welches immer gespielt wird, wenn ein Sprung über 215 Meter absolviert wurde. In der Anfangszeit wurde das Lied Planica sogar noch bei Sprüngen über 200 Meter gespielt, allerdings kommt das in der heutigen Zeit zu oft vor. Aus diesem Grund wurde die Sprunghöhe heraufgesetzt. Große Wettbewerbe, welche auf der Skisprungschanze von Planica stattfanden, waren etwa die Skiflug-WM oder der Weltcup. Gerade die großen Veranstaltungen ziehen auch immer eine Menge Publikum an, wobei in der großen Arena rund um die Schanze etwa 50.000 Menschen Platz finden.

Planica hat interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten

Neben dem Tal der Schanzen gibt es noch weitere, sehenswerte Attraktionen in Planica. Allein die Lage ist schon bemerkenswert, denn Planica befindet sich direkt am Dreiländereck zwischen Slowenien, Italien und Österreich. Die sogenannten Julischen Alpen rahmen das Tal ein und Wanderfreunde oder Trekking-Fans erwartet ein ausgedehntes Streckennetz, welches quer durch die wunderschöne Landschaft führt. Einen Besuch wert ist in jedem Fall der Nadiza-Wasserfall, der sich am nördlichen Ende des Tals befindet. Hier liegt die Quelle des Flusses Sava Dolinka und auch zahlreiche Bergbäche sorgen für eine idyllische Landschaft. Das Tal der Schanzen ist eine Sehenswürdigkeit für sich und die Skiflugschanze ist nur eine der vielen Attraktionen der Region.

Skisprungschanze Trondheim – ein Besuch im Granasen Ski Centre in Norwegen

Die Schanzenanlage von Trondheim, bestehend aus fünf unterschiedlichen Schanzentypen, gehört zu den bekanntesten weltweit. Die Anlage selber, die heute unter dem Namen Granasen Ski Centre zusammengefasst ist, wurde bereits im Jahre 1940 errichtet und ist somit auch eine der ältesten ihrer Art. Hier haben bereits mehrere Skilegenden atemberaubende Sprünge absolviert, wie etwa Birger Ruud. Die Großschanze, die über eine Anlauflänge von mehr als 93 Meter verfügt, war bereits mehrfach Austragungsort diverser Weltcups. Es können Spitzengeschwindigkeiten bis zu 95 km/h erreicht werden. Der Schanzenrekord wird unter anderem vom deutschen Skispringer Severin Freund gehalten und liegt bei einer Weite von 141,5 Metern. Zu den bekanntesten Wettbewerben, die hier ausgetragen wurden, zählen etwa der Weltcup oder der Grand-Prix.

Auch im Sommer werden die Schanzen von Trondheim für Wettkämpfe benutzt

Neben der Großschanze HS 140 gibt es auch noch eine Normalschanze im norwegischen Trondheim. Diese wird eher selten für die großen Wettkämpfe im Bereich des Skisprungs benutzt. Sie erhält dagegen in den Sommermonaten eine besondere Bedeutung, unter anderem als Austragungsort für das Sommer-Continental-Springen der Frauen. Die Anlauflänge der Normalschanze beträgt insgesamt 82 Meter und es kann eine maximale Geschwindigkeit von über 88 km/h erzielt werden. Der offizielle Rekord der Normalschanze liegt bei 105 Metern und wird von einer japanischen Skispringerin gehalten. Dank zahlreicher Umbauarbeiten ist über die Jahre hinweg das renommierte Ski Centre entstanden. Ab dem Jahre 1983 kam beispielsweise die Flutlichtanlage hinzu und im selben Jahr wurde auch noch ein Skilift für die Großschanze gebaut.

Ständige Umbauarbeiten müssen an der Großschanze vorgenommen werden

Die Großschanze von Trondheim ist eine Besonderheit für sich und dies zeigt sich bereits am Boden, auf dem sie gebaut ist. Dieser scheint ständig in Bewegung zu sein, sodass es immer wieder zu kleineren Erdrutschen kommt. Diese behindern zwar nicht den normalen Sprungbetrieb, können aber dazu führen, dass immer wieder aufwändige Umbauarbeiten durchgeführt werden müssen. Mehr über die Geschichte und die Hintergründe der Großschanze sowie der anderen Schanzen können Besucher im Visitor Centre erfahren. Immerhin soll die nördlichste Sprungschanze der Welt auch noch für spätere Generationen von Skispringern erhalten bleiben.

Die Skisprungschanze in Oberstdorf – eine der Stationen der Vier-Schanzen-Tournee

Die Heini-Klopfer-Skisprungschanze in Oberstdorf zählt zu den bekanntesten Schanzen in ganz Europa. Dies hängt zuallererst mit der Tatsache zusammen, dass dort jedes Jahr die Vier-Schanzen-Tournee stattfindet. Insgesamt können auf der 260 Meter langen Schanze Spitzengeschwindigkeiten beim Absprung bis zu 106 km/h erreicht werden. Da die Anlaufbahn einen Winkel von 39 Grad aufweist, wird sie auch gerne als Schiefer Turm von Oberstdorf bezeichnet. Die Schanze liegt im Osten des wunderschönen Bergdorfes und stellt nicht nur für Skisprung-Fans einen beliebten Anziehungspunkt dar. Einen fantastischen Ausblick haben Besucher beispielsweise von der Aussichtsplattform, die bis zu hundert Menschen Platz bieten kann. Bereits von Weitem fällt die besondere Konstruktion der Schanze ins Auge, eine freie Leichtbeton-Bauweise.

Die Skisprung-Schanze ist Bestandteil der Erdinger Arena

Die elegante, modern anmutende Schanze gehört zur Erdinger Arena, eine der wichtigsten Anlagen im Bereich des Skisports. Hier finden nationale und internationale Wettbewerbe statt, die ein großes Publikum anziehen. Das Stadion hat ein Fassungsvermögen von mehr als 27.000 Menschen und, dank der besonderen Konstruktion der Ränge und Stehplätze, hat man von überall einen guten Blick auf das Geschehen. Zu den wichtigsten Veranstaltungen, die in der Erdinger Arena ausgetragen werden, gehören FIS Weltcup Springen Damen oder Continentalcup. Wer mehr von der Arena sehen möchte, kann an den Führungen teilnehmen, die regelmäßig angeboten werden. Dabei ist es auch möglich, die Einrichtungen im Inneren des Turms zu besichtigen, wie etwa Umkleide- oder Wärmeräume.

In den Sommermonaten wird die Skisprung-Schanze zum Paradies für Wanderer

Nicht nur Wintersportfans wissen die besondere Atmosphäre und das Panorama der Skisprung-Schanze zu schätzen. Auch für Wanderer, Trekking-Fans oder Mountain-Biker ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten rund um die Erdinger Arena von Oberstdorf. In der Zeit von Mai bis November können beispielsweise alle Bergbahnen kostenlos genutzt werden. Dies bezieht sich nicht nur auf Oberstdorf, sondern schließt auch das nahe gelegene Kleinwalsertal mit ein. Viele Angebote zu dieser Zeit beinhalten auch den freien Eintritt in die Erdinger Arena, sowie den kostenlosen Besuch der Skisprung-Schanze. Die Erdinger Arena, zusammen mit ihrer berühmten Skisprung-Schanze, ist eben ein ganz besonderer Ort, um unvergessliche, abwechslungsreiche Ferien im Allgäu zu erleben.

Ein Hundertwasser par Excellence – die Waldspirale in Darmstadt

Farbenfrohe Verzierungen, geschwungene Formen und eine Vielzahl von Fenstern, das macht die Waldspirale so unverkennbar. Entworfen wurde das Haus im Darmstädter Bürgerparkviertel von keinem Geringeren als Friedensreich Hundertwasser, dem bekannten Wiener Künstler. Im Jahre 2000 wurde das Gebäude fertiggestellt, welches über die beachtliche Anzahl von 12 Stockwerken verfügt. Über 12.000 m³Beton waren nötig, um das spiralförmig angeordnete Gebäude zu bauen. Eine Besonderheit sind unter anderem die 1.000 Fenstern, die alle individuell gestaltet und angefertigt worden sind. Dies ließ sie zu echten Unikaten werden, die ihresgleichen suchen. Gleiches gilt auch für Tür- und Fensterklinken, die im ganzen Gebäude unterschiedlich sind. Es ist sicherlich eines der markantesten Gebäude der hessischen Stadt und ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.

Ein Märchenschloss inmitten der Großstadt

Die Waldspirale wirkt auf den ersten Blick, als ob sie einer Legende entsprungen wäre. Es gibt sogar einen liebevoll gestalteten Innenhof, in Kombination mit einem Fluss und einer gepflegten Grünanlage. Das spiralförmige Gebäude will mehr sein als nur Kunst. Es versteht sich vielmehr als kleine Oase inmitten der großen Stadt. Wer möchte, kann die Waldspirale besichtigen und das nicht nur von Außen. Es werden regelmäßig Führungen durch das architektonische Meisterwerk angeboten. Höhepunkte auf diesen Führungen sind in jedem Fall die Apartments, die streng nach den Vorstellungen von Hundertwasser konzipiert worden sind. Rechte Winkel oder Geraden sucht man hier vergeblich. Dagegen regieren krumme Formen und Kurven.

106 Wohnungen verteilen sich auf die verschiedenen Stockwerke

Auf den ersten Blick merkt man, dass hinter der Waldspirale ein durchdachtes Gesamtkonzept steckt. Es wachsen Bäume auf einigen Dächern und die verspielten Details an der Fassade verleihen dem Gebäude ein wahrhaft magisches Flair. Im oberen Teil des Gebäudes befindet sich sogar ein Restaurant, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf Teile Darmstadts hat. Der Rundblick aus dem Restaurant ist in alle Himmelsrichtungen möglich, ohne dass die Gäste sich dafür verrenken müssen. Auch hier ist ein moderner, farbenfroher Stil vorherrschend, der sich in vielen Elementen widerspiegelt. Das Hundertwasser-Gebäude Waldspirale ist ein ganz besonderes, architektonisches Konzept, das Kunst, Wohnen und Lebensgefühl in sich vereint.

 

Ein wahrer Häuserwald – die Kubushäuser in Rotterdam

40 bizarr wirkende Häuser stehen im Herzen Rotterdams und sind eine der Hauptattraktionen der lebendigen Stadt. Die üblichen architektonischen Konventionen scheinen bei diesen Gebilden nicht zu gelten. Gerade Wände sucht man hier vergeblich, dagegen dominieren schräge Linien. Dabei wurde die Natur als Vorbild genommen, denn eigentlich soll jedes Haus für sich genommen einen Baum darstellen. Dies lässt sich auch mit etwas Fantasie auf den ersten Blick erkennen. Die Häuser sind miteinander verbunden und zwar durch ein spezielles Würfelkonstrukt am Ende der Reihen. Die verschiedenen Räume, die natürlich auch nur schräge Wände haben, erstrecken sich über drei Etagen. Einzig die Einrichtung gestaltet sich aufgrund der speziellen Konstruktion etwas schwierig, obwohl insgesamt rund 100 m²Wohnfläche zur Verfügung stehen.

Den besonderen Zufluchtsort inmitten der Stadt entdecken

Die Kubushäuser, in ihrer waldartigen Anordnung, sollen eine Stätte der Zuflucht sein. Wer möchte, kann die speziellen Häuser von Innen besichtigen. Ein Haus ist für die Öffentlichkeit das ganze Jahr über geöffnet und gewährt einen Einblick in die bizarre Welt des Architekten Piet Blom. Der Besuch im Musterhaus stellt die eigenen Sinne auf eine besondere Probe. Nichts scheint der normalen Wahrnehmung zu entsprechen und die Besucher brauchen eine ganze Weile, um sich an das skurrile Erscheinungsbild zu gewöhnen. Eine Herausforderung sind auch die schrägen Wände und niedrigen Decke, welche beim Gehen manchmal eine Behinderung darstellen können. Manches Mal wird ein Haus zum Verkauf angeboten, sodass eines dieser würfelförmigen Kleinode kaufen kann.

Übernachten in einem der Kubushäuser

Die Kubushäuser stehen im Rotterdamer Stadtviertel Blaak und, wer möchte, kann auch in einem der Häuser übernachten. Das StayOkay Hostel Rotterdam bietet Gästen diese Möglichkeit, denn es befindet sich in einem der kubistischen Häuser. Dies ist in jedem ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird. Es stehen Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmer in den schrägen Wänden zur Verfügung. Die Kubushäuser Rotterdams gehören einfach zu einer Sightseeing-Tour in der niederländischen Stadt dazu. Das Konzept des Architekten, ein Dorf in der Stadt zu bauen, ist aufgegangen. Und, so entstand ein Würfeldorf im Herzen Rotterdams, eine Hommage an die moderne Designkunst unserer heutigen Zeit.

Das Steinbruchhaus in Barcelona – La Pedrera von Gaudí

Der bekannte, spanische Künstler Antoni Gaudí ist vor allen Dingen für seine bizarren Kunst- und Bauwerke berühmt geworden. Und, dies zeigt sich auch am Gebäude La Pedrera, welches in Barcelona liegt. Die Casa Milà, wie das Gebäude auch gerne genannt wird, ist eine Attraktion für sich und gehört, neben der Sagrada Familia, zu den beliebtesten Fotomotiven der Metropole. Die Außenansicht des Hauses erklärt, warum es auch gerne als Steinbruchhaus bezeichnet wird. Die imposante Fassade wirkt wie ein gigantischer Felsen, unterbrochen durch Wellen und skurrile Ornamente. Heller Naturstein ist eines der wichtigsten Bauelemente, was dem architektonischen Wunderwerk einen natürlichen Charakter verleiht. Fast hat man den Eindruck, als würde man vor einer uralten Behausung stehen, das in den Fels gemauert worden ist.

La Pedrera war eines der letzten Bauwerke vor Beginn der Sagrada Familia

Im Jahre 1906 begann Gaudí mit der Errrichtung der Casa Milà und es dauerte nur vier Jahre, bis das Projekt vollendet werden konnte. Eine Besonderheit des Hauses, die nachahmungswürdig ist, stellt die natürliche Belüftungsanlage dar. Über diverse Kanäle gelangt permanent Frischluft ins Haus und macht elektrische Klimaanlagen absolut überflüssig. Noch eine Attraktion sind die Wände im Inneren der Casa Milà, die sich zum Teil verschieben lassen. Auf diese Weise entstehen immer neue Gebilde im Inneren des Hauses, das zum Teil als Mietshaus genutzt wird. Rechte Winkel gibt es in diesem Haus nicht. Allein die Natürlichkeit zählt.

Seit vielen Jahren zählt das Steinbruchhaus zum UNESCO Weltkulturerbe

Dank der einzigartigen Architektur und dem durchdachten Gesamtkonzept hat es die Casa Milà im Jahre 1984 auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes geschafft. Die Innenhöfe, von denen es insgesamt drei gibt, passen in das gestalterische Gesamtkonzept. Gleichzeitig sollen sie mehr Licht und Natur in die Casa Milà bringen. Viele Wohnungen können besichtigt werden, um einen Eindruck von dem imposanten Gebäude zu erhalten. In der Belle Etage gibt es außerdem ein großes Apartment, in dem regelmäßig interessante Kunstausstellungen veranstaltet werden. Das Dachgeschoss ist dagegen ganz der Kunst Gaudís gewidmet. Dort können die Besucher in die skurrile Welt des Architekten eintauchen und mehr über sein Werk erfahren.

Ein bizarrer Touristenmagnet – das Krumme Häuschen im polnischen Sopot

Wer nach geraden Strukturen und einfachen Linien sucht, ist beim Krummen Häuschen garantiert an der falschen Stelle. Auf den ersten Blick lassen sich nahezu keine Strukturen in dem schrägen Gesamtkunstwerk ausmachen. Im Gegenteil! Fast hat man als Betrachter das Gefühl, die eigenen Augen sind das Problem und nicht das Gebäude. Es ist, dank der verzerrten Formen, ein fast schon magischer Ort. Das Krumme Häuschen könnte auch in einem Märchen vorkommen und beispielsweise einer Hexe als Unterschlupf dienen. Im Jahre 2004 wurde das bizarre Gebäude errichtet, wobei als Ideengeber Zeichnungen des bekannten Per Dahlberg dienten. Heute zählt das Haus zu den Attraktionen von Sopot und viele Touristen zieht es in die Bohaterów-Monte-Cassino-Straße.

Ein Symbol der modernen Welt im Herzen von Sopot

Die Architektur ist eine Anspielung an die moderne Welt und soll gleichzeitig zu neuen Inspirationen verhelfen. Das Krumme Häuschen zeigt, wie leicht die Grenzen von Normalität und Kreativität überschritten werden können. Im Krzywy Domek werden mehrere Bereiche miteinander vereint. Auf einer Fläche von mehr als 4.000 m²gibt es Kultur, Kunst und zahlreiche Geschäfte, was den Anreiz des besonderen Hauses noch zusätzlich erhöht. Ein echtes Highlight ist die Wall of Fame, an der sich alle Künstler, die im Krummen Häuschen aufgetreten sind, verewigt haben. Ein Blick darauf genügt, um zu wissen, wer das Krumme Häuschen schon alles betreten hat. Ein Hauch von Hollywood inmitten von Sopot.

Über drei Etagen erstrecken sich die Möglichkeiten

Ob Shopping oder Kunst, im Krummen Häuschen gibt es keinen Bereich, der klar im Vordergrund steht. Im Erdgeschoss gibt es eine Vielzahl an Restaurants, während sich die Geschäfte und Galerien über die anderen drei Etagen verteilen. Zusätzlich erwartet die Gäste ein abwechslungsreicher Veranstaltungskalender, der für jeden Geschmack etwas bereithält. Es gibt Schmuckausstellungen, Vorführungen aller Art oder Vorträge, die sich mit zeitgeschichtlichen Themen beschäftigen. Interessant und beliebt sind auch die Lesungen, die nicht nur von nationalen Schriftstellern präsentiert werden. Auch international bekannte Autoren statten dem Krummen Häuschen in Sopot manchmal einen Besuch ab. Die architektonische Besonderheit zeigt eindrücklich, dass Modernität, Kunst und Tradition sich nicht unbedingt ausschließen müssen.

Moderne Architektur an der Moldau – das Tanzende Haus in Prag

Bereits auf den ersten Blick lässt sich erahnen, woher das Tanzende Haus seinen Namen hat. Es wirkt wirklich so, als ob die beiden geschwungenen Gebäude miteinander tanzen würden. Daher nennen die Bewohner von Prag das moderne Wahrzeichen auch liebevoll „Ginger und Fred“. Im Jahre 1996 war der Bau des Gebäudes beendet und seitdem ist das Tanzende Haus zu einer echten Attraktion geworden. Der linke Gebäudeteil erinnert an eine Tänzerin, die sich, gekleidet in ein schwungvolles Ballkleid, im Takt der Musik dreht. Dabei lehnt sie sich provokativ an ihren Partner, den Mann mit dem Hut. Diese Geschichte erzählt das Tanzende Haus und, wer einen Blick darauf werfen konnte, versteht auch genau warum.

Krumme Formen und avantgardistische Details bestimmen das Aussehen

Gerade Linien sucht man fast schon vergeblich beim Tanzenden Haus. Dagegen dominieren krumme Achsen und schräge Fenster das architektonische Erscheinungsbild. Das besondere Design geht zurück auf den bekannten Architekten Frank O. Gehry, in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Milunic. Zu Beginn sorgte das Tanzende Haus für einige Aufregung in der Stadt. Etliche Prager sahen in dem modernen Gesamtbild eine Gefährdung für das historische Gesamtbild der Altstadt. Heutzutage gehört es zu den modernen Wahrzeichen Prags und darf bei vielen Sightseeing-Touren nicht fehlen. Außerdem ist ein willkommener Touch Modernität in der stark geschichtlich geprägten Stadt. Dabei steckt eine interessante Geschichte hinter der Errichtung des Tanzenden Hauses.

Geschichte und Moderne schließen sich nicht aus

Das Tanzende Haus grenzt an ein altes Gebäude an, welches bereits um 1900 errichtet worden ist. Bauherr war der Großvater des tschechischen Präsidenten Havel und über 90 Jahre später regte sein Enkel den Bau des modernen Hauses an. Ursprünglich sollte das Tanzende Haus als Kulturzentrum genutzt werden, doch aus diesen Plänen wurde in der Folgezeit nichts. Die finanziellen Mittel für das kulturelle Zentrum waren dann nicht mehr vorhanden und heutzutage wird das Tanzende Haus als Bürogebäude genutzt. Es hat sich in jedem Fall zu einem der angesagten Fotomotive der Stadt entwickelt und wird fast so oft fotografiert wie die Karlsbrücke oder das Prager Schloss. Ein absolutes Muss auf Städtereisen nach Prag.